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Vernetzungen

Freitag, 23. Januar 2015

20:00 Uhr

Tonhalle St. Gallen (Contrapunkt)

       

Sonntag, 25. Januar 2015

17:00 Uhr

Dorfkirche Veltheim, Winterthur

       

Sonntag 1. Februar 2015

17:00 Uhr

Kulturhaus Helferei Zürich

 

ensemble diferencias

Blockflöten, Obertonflöten, Fiedel, Perkussion
 

 

Victor Ekimovskij *1947

Victor Ekimovskij



Anon Russland
(ca.1670)



aus : Codex Las Huelgas (Burgos)

um 1290

 
Conrad Steinmann
(* 1951)

Claude Le Jeune
c. 1530 – 1600


Conrad Steinmann

Giovanni Maria Trabaci 
ca. 1575 – 1617 


Conrad Steinmann

 

 

Kites flying (1993)

In a cave (Stalaktiten und Stalagmiten)
Komposition 96 (2014) UA



Gospodi Wozzwach (Stichiro über die Grablegung der
Gottesmutter)


Benedicte/Salve virgo

Virgo/Hec est mater 

Belial vocatur

4pm (2013)


Belle la flamme
Qu’est devenu ce bel œil / Brunelette, joliette

O Rôze Royne des fleurs

Netz 2 (2014) UA

Partita sesta cromatica
Gagliarda quarta,
Consonanze stravaganti

Lektüre 2 (2012) 

 

Vernetzungen

In seinem neuen Programm befasst sich das Blockflötenensembles diferencias mit Vernetzungen aller Art. Ausgehend von Conrad Steinmanns Stück Netz 2 (2014) und der Auftragskomposition von Victor Ekimovskij ‚In a cave‘ (2014), die hier beide zur Uraufführung gelangen werden, knüpften wir ein Programmkonzept, das sowohl Altes mit Neuem vernetzt, wie auch innerhalb der einzelnen Neuen und Alten Stücke in mannigfaltiger Weise Vernetzungen hörbar macht. So z.B. in den Stücken des späten 13. Jahrhunderts mit ihrer 3-4stimmigen Polyphonie in gleicher Stimmlage, wie auch in den russischen Stücken des 17. Jahrhunderts im Demestwo-Stil - eine mit vielen Dissonanzen angereicherte Form der frühen Mehrstimmigkeit. Netzartige Strukturen finden sich ebenfalls überall in den Stimmkreuzungen und Querständen der chromatischen Musik von Claude Le Jeune (c. 1530 – 1600) und Giovanni Maria Trabaci (ca. 1575 – 1617) wie auch in Ekimovskijs Werken, sowohl im Fadengewirr der aufsteigenden Papierdrachen seines ‚Kites flying‘ als auch in der vernetzten Oberfläche der sich begegnenden Stalaktiten und Stalagmiten.


Victor Ekimovskij (* 1947 in Moskau)

Er studierte in Moskau am Gnesin-Institut Komposition bei Aram Chačaturjan und Musikgeschichte bei Konstantin Rozenšil'd (Rosenschild) und schloss seine Ausbildung 1971 ab. Anschliessend trat er in eine musikwissenschaftliche Aspirantur am Leningrader Konservatorium ein, wo er 1978 sein Studium bei Galina Filenko beendete. 1983 promovierte er über die Musik von Olivier Messiaen, seine Dissertation wurde 1987 publiziert. Über ein Jahrzehnt war Ekimovskij als Redakteur und Herausgeber beim Staatlichen Musikverlag Muzyka in Moskau tätig und bereitete u.a. eine Reihe von Bänden der Šostakovič-Gesamtausgabe vor. Heute wirkt er als freischaffender Komponist und Musikwissenschaftler.<

Kites flying (Flüge luftiger Drachen): «Das Stück wurde im Auftrag von Conrad Steinmann (1992) geschrieben und ist vom Spiel dieses wunderbaren Musikers inspiriert. Ich dachte lange über die Rolle und die Stellung der Blockflöte in der zeitgenössischen Musik nach, um die mögliche Schlussfolgerung daraus zu ziehen, dass ihr bildlicher Ausdruck im Einklang mit den Bewegungen des Himmels steht. So kam ich auf die Idee dieses Stückes, in dem vier Blockflöten den ganzen Festtag ausdrücken, wenn 1000 luftige Drachen in den Himmel steigen.» Victor Ekimovsky

In a cave (stalactits and stalagmits) (1996/2014) for 4 bass recorders: «My piece In a cave is written for Conrad Steinmann and his ensemble diferencias. Some years ago I wrote the piece for 4 soprano recorders Kites flying and this year Steinmann asked me to write a piece for 4 bass recorders (as he said: «from Heaven down to hell»). I like recorders in any combinations and agreed to write a work for 4 basses. There are stalactits and stalagmits in caves, and the imitation of these was the main idea of my new piece. I think, it will be understood for the audience during the performance». Victor Ekimovsky

 

Conrad Steinmann

4pm: Eigentlich ein Stück über die Stille, die sich aber erst im Widerstreit mit heftiger, ununterbrochener Bewegung (perpetuum mobile) durchsetzt.

Netz 2: Hommage an Claude Le Jeunes Qu’est devenu ce bel oeil. Vier Renaissanceblockflöten unterschiedlicher Grösse (Alt in f’, Tenor in c’, Bassett in g und Bass in C) spielen dieselben Töne eines absteigenden chromatischen Tetrachordes – gemäss der Terminologie aus der spätgriechischen Antike –, a-f#-f-e. Die je unterschiedlichen Farben und Möglichkeiten der vier Flöten individualisieren zunehmend die immer gleichen Töne, sodass sich aus einer strengen Einstimmigkeit eine Gleichzeitigkeit unterschiedlicher  Stränge ergibt.

Lektüre 2: Vier grifflose Obertonflöten, drei Triangel und zwei Lotosflöten bilden das Instrumentarium zu einer Art «Lektüre» der letzten Geschichte aus Peter Bichsels ersten Buch Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen. In wiederholten Ansätzen gerät dabei das Abtasten des Textes von einem nüchternen «Sprechen» zu einem Lamento-artigen Gesang.

 

Verschiedene Formen der Mehrstimmigkeit begegnen uns in den älteren Stücken des heutigen Programms. Strenge Ton- gegen- Ton-Setzung und streng definierte modale Rhythmik in den spanischen Stücken der Sammlung Las Huelgas (nebst bordunartiger Schreibweise) und der frühesten russischen Mehrstimmigkeit treffen auf Wortrhythmus gebundenen Ausdruck in der Musik eines Claude Le Jeune oder Pièrre Guédron oder auf chromatisch bis zum Äussersten gespannte Harmonik. Jeder dieser Musik ist das zeitgebundene Bedürfnis eingeschrieben, immer neu auf die Möglichkeiten der Zeit zu  reagieren und vorhandene Grenzen zu verschieben.

Conrad Steinmann

 

 

Mit freundlicher Unterstützung von:

Stadt Zürich Kultur, Fachstelle Kultur des Kantons Zürich,
Georges und Jenny Bloch-Siftung, Casinelli-Vogel-Stiftung, Binding Stiftung

 

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